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Meine Botschaft an die kommenden Generationen


Licht senden in die Tiefe des menschlichen Herzens...

Paul Krenz schenkte dem Papst Benedikt XVI. in Vatikan das "Weltenherz"


Er zeigt Bilder, die wir so zu sehen nicht gewohnt sind und die allein schon
durch ihre kunsthandwerkliche Perfektion beeindrucken. Winzige Holzstückchen
unterschiedlicher Farbschattierungen und Arten fügt er zu eindrucksvollen
Bildern zusammen, das geänderte Furnierholz ersetzt bei ihm den Pinselstrich.
Die Darstellungen sind von solch erstaunlicher Klar- und Feinheit, dass der
Betrachter erst von Nahem die Holzstückchen wahrnimmt. Unter den wenigen,
die heute noch nach alter Art von Hand intarsieren, ist der russlanddeutsche
Intarsienkünstler Paul Krenz (58) einer der versiertesten und vielseitigsten
- jedes Werk ist ein Unikat. Mit zwei aussergewöhnlichen Arbeiten
steht er im Guinnes-Buch der Rekorde (1998 und 2001). Seine einzigartigen Holzkunstwerke
und restaurierten Möbelstücke schmücken Kirchen, Klöster,
Paläste und Parlamente. Und sie sind in vielen anderen öffentlichen
und privaten Besitzen, unter anderem im Vatikan-Museum. Während einer Generalaudienz
im Vatikan vor wenigen Wochen überreichte Paul Krenz an Papst Benedikt
XVI. sein Kunstwerk "Weltenherz", das bereits am Weltjugendtag in
Köln 2005 in der Kirche St. Pantaleon zu sehen war.


Zu verdanken ist die Geschenkidee dem Erzbischof Joachim Kardinal Meisner.
"Bei einem Atelierbesuch hat er mir empfohlen, dem Papst dieses Werk zu
schenken", erzählt Krenz. Das "Weltenherz" für den
Papst ist ein tief symbolisches Objekt. In den Jahresringen der zehn Zentimeter
dicken Scheibe einer etwa 200 Jahre alten Platane aus Uckendorf, die an ein
stilisiertes Herz erinnert, finden sich sowohl starke Brandspuren als auch mehrere
eingewachsene Geschoss- und Granatsplitter aus dem 1. und 2. Weltkrieg. "Dieser
Baum war ein lebendiges verletztes Wesen. Er wurde angeschossen und verbrannt.
Der Baum hat wie die Menschen gelitten und trotzdem weiter gelebt im
Zeichen des Kreuzes, das für Hoffnung steht", sagt Krenz.


"Das grösste, was mir der Vater vermittelt hat, ist der Glaube"


Der hölzerne Zeitzeuge ist in die Mitte eines eisernen Kreises "
unsere Erde " eingelassen und teilt sich in fünf Teile - fünf
Kontinente. Er offenbart dem Betrachter somit ein Kreuz, wo es eigentlich gar
keines gibt. Wie auch Christus unsichtbar und doch unverkennbar ist,
so bildet dieses Kreuz aus dem lebenswichtigen Element Luft den Hauptbezugspunkt
und die Mitte im hölzernen Kern des Weltenkreises. Wenn man aufmerksam
zuhört und hinschaut, erzählt der Kern eine Geschichte des Lebens
und des Leidens, eine Geschichte, die sich auf allen fünf Kontinenten abgespielt
hat. Das Herz in der Mitte der stählernen Welt (die Metallumrahmung hat
der Russlanddeutsche Reinhold Rung gefertigt) ist stellvertretend für Milliarden
von Herzen, die auch gelitten, Kriegsnöte ausgestanden haben und trotzdem
Hoffnung in sich trugen", beschreibt Krenz die Symbolik. Das "Weltenherz"
wird womöglich im Vatikanischen Garten aufgestellt werden.

Wie auch vor sechs Jahren war diese Begegnung mit dem neuen Papst ein ergreifendes
und unvergessliches Erlebnis, sowohl für Paul Krenz als auch für seine
Frau Irma. Schon im Mai 2000 konnte Paul Krenz dem Papst Johannes Paul II. bei
einer Audienz ein Marienbild schenken: Diese für ihn so wertvolle Ikone,
ein meisterhaft angefertigtes Intarsienbild, hatte er noch in der ehemaligen
Sowjetunion geschaffen. Zu der Einladung für die Audienz waren Krenz und
sein Sohn Sebastian, damals 16, auf Vermittlung von Erzbischof Joachim Kardinal
Meisner gekommen, der ab und zu wertvolle Möbelstücke im Atelier von
Krenz restaurieren lässt eines davon ein wertvoller Kabinettschrank
aus dem Jahre 1601: Mit 1.600 Arbeitsstunden seine bisher aufwendigste Arbeit.


Krenz hat seine Erfahrungen als Katholik und Deutscher in der Sowjetunion schon
früh zum Ausdruck gebracht: Seine Intarsien-Ikone "Sankt Georg im
Kampf mit dem Drachen" hängt als Geschenk ukrainischer Katholiken
im Vatikan. Im Schwanz des besiegten Drachens sind Hammer und Sichel zu erkennen.
Das Untier selbst liegt auf den geographischen Umrissen der fr�heren Sowjetunion.
Die Erlösung vom Bösen durch den auferstandenen Christus beschäftigt
Krenz nach wie vor. Viele seiner Bilder, ob realistisch oder abstrakt, stellen
christliche Motive dar. "Das grösste, was mir der Vater vermittelt
hat, ist der Glaube" sagt Krenz.

Zur Wahl des Papstes Benedikt XVI. schuf Krenz durch dreidimensionale Holzverformung
eine intarsierte Kugel, knapp einen Meter im Durchmesser, mit einer durchsichtigen
Hölle von nur 0,8 Millimeter stark. Die Kugel kann von innen beleuchtet
werden, ähnelt dem Erdball, wirkt zerbrechlich und doch belastbar. Dadurch
soll der Betrachter die Anwesenheit Gottes und das von ihm ausgehende Licht
wahrnehmen. Die Maserungen des Holzes verweisen auf die Geheimnisse der Natur.
Krenz nannte das Objekt Benedikt.


"Seit 200 Jahren liegt uns das Holz im Blut"


Bereits im alten Orient und in der Antike waren kunstvolle Einlegearbeiten
bekannt. Zu den geometrischen Elementen kamen mit der Zeit im Laufe der Jahrhunderte
figürliche Ziermotive, Landschaften, Stillleben, Blumen und Porträts
hinzu. Paul Krenz ist einer der wenigen in Deutschland, die heutzutage die kostbare
und seltene Kunst der Intarsie, was bedeutet in Holz einlegen, noch in ihrer
ursprünglichen Form beherrschen.

Die Liebe zum Holz und der Umgang mit Holz wurde dem gelernten Kunstschreiner
in die Wiege gelegt. Die Intarsienkunst hat er von seinem Vater gelernt, der
aus einer uralten Schreinerfamilie stammte. Mit den Vorfahren, Auswanderern
aus Schwaben nach Südrussland im 18. Jahrhundert, gelangte die Intarsienkunst
in das fruchtbare Land am Dnepr. Die von den Vorfahren in die Ukraine mitgebrachten
Fertigkeiten der Intarsie und Schnitzerei waren von Generation zu Generation
weiter vermittelt worden. Als Möbelhersteller gelangte die Familie zu bescheidenem
Wohlstand, das durch die Oktoberrevolution 1917 jäh beendet wurde. Die
Grosseltern des Künstlers, die eine Schreinerei betrieben, wurden
enteignet und schliesslich umgebracht. Nur der Vater konnte diesem Schicksal
entkommen.

Paul Krenz wurde 1948 in der Nähe von Kiew geboren. Die Jahre der Kindheit
waren hart. Während der kalten Wintermonate musste der kleine Paul oft
zu Hause bleiben, weil das Geld für warme Kleidung und Schuhwerk fehlte.
Sein einziger Spielzeug waren die Holzstücke, die die Mutter für das
Herdfeuer herbeischaffte. "In kalten Wintern bin ich oft zu Hause gesessen
und von den Lebensadern des Holzes Geschichten erzählen lassen. Die Holzmöbel
unserer Familie dienten mir als Spielkameraden", erinnert sich Krenz an
seine Kinderzeit.

Nach der Schule liess er sich in einer Kunstfachschule zum Kunstschreiner
ausbilden. Dank seinen guten Noten bekam er ein Stipendium, das ihm ein Hochschulstudium
ermöglichte. Hier lernte er seine spätere
Frau Irma Anton kennen. Danach widmete er sich jedenfalls wieder seinem Beruf
als Kunsttischler und seinen geliebten Intarsienarbeiten. Bis zur Ausreise hatte
er mehrere Ausstellungen in der ehemaligen Sowjetunion.

Als Deutsche und bekennende Katholiken hatten Paul Krenz und seine Vorfahren
die härtesten Prüfungen in der kommunistischen und atheistischen Umwelt
zu bestehen. Er fühlt sich dem Erbe der Vorfahren verpflichtet. Paul Krenz
versäumt keine Gelegenheit, stolz zu erklären, dass er ein Russlanddeutscher
sei und die Jahrhunderte alte Tradition seiner Vorfahren, die hier bereits in
Vergessenheit geraten ist, zurück in den Westen gebracht habe. "Seit
200 Jahren liegt uns das Holz im Blut", sagt er.

Den politischen Wandel unter Gorbatschow nutzte er, um nach Deutschland zu übersiedeln.
Das sich die ukrainischen Behörden diesem Ziel in den Weg stellten, blieb
ihm nur eine abenteuerliche Flucht übrig. Eine Vielzahl der früheren
Werke musste der Künstler zurücklassen. Seine übersiedlung nach
Deutschland 1991, zuerst in die Tschechei, dann nach Thüringen und Bayern,
erlebte er als zweite Geburt.

Er kam mit Frau, Tochter, Sohn, zwei Koffern und einem Bündel wertvoller
Furniere ins Land. Sein Lebenswerk Kreuzweg mit insgesamt 14 Kreuzwegstationen
musste er zerlegen und zwischen Furnieren als Halbfabrikat über die Grenze
schmuggeln. Ein Bekannter in Thüringen wurde auf seine Fähigkeiten
aufmerksam. Er besorgte ihm einen Kubikmeter Eichenholz, und Krenz begann mit
der Arbeit an seinem Kreuzweg, der heute in der St. Bortomäus-Kirche in
Friedrichroda/Thüringen hängt. 1993 landete die Familie schliesslich
im Rheinland: Bonn-Beuel war hier die erste Station. Seit Herbst 1997 wohnt
Krenz in Niederkassel bei Bonn. überall hinterliess er Spuren seines
brillanten Könnens.

Seit 1996 ist er in Deutschland als Handwerksmeister anerkannt und ist Mitglied
im verband der deutschen Restauratoren. Zu seiner Kundschaft zählen unter
anderen mehrere prominente Persönlichkeiten, aber auch Banken, Gemeinden
und Museen. Im Köln-Bonner Raum sowie in anderen Bundesländern wurden
seine beeindruckenden Arbeiten bereits mehrfach ausgestellt. Von März bis
August 2006 sind die besten 60 Holzkunstwerke von Paul Krenz in Holland, im
Missionsmuseum Steyl, zu sehen.


Kreuzweg und "Dornenkrone" - zweimal im Guinnes-Buch


Auch seine Biographie schrieb Paul Krenz in Holz. Der 15-teiliger Kreuzwegzyklus
zeichnet symbolisch die Stationen seines Lebens und das seiner Vorfahren. Gleichzeitig
hat Krenz mit diesem Lebenswerk, an dem er zehn Jahre lang arbeitete, die Verfolgung
und das Leiden der Russlanddeutschen symbolisch dargestellt. Auf der Insel Sachalin
lernte er einen katholischen Geistlichen kennen, dessen Handbibel ihm Motive
und Anregungen für Skizzen der einzelnen Szenen des Kreuzweges
lieferte. Ab 1983 entstanden die ersten Intarsienarbeiten zu den ursprünglich
14 Stationen der Leidensgeschichte Jesu. Erst nach seiner Flucht in den Westen
ermöglichte ihm eine grosszügige Materialspende die Fertigung
seines Werkes. Unter dem Eindruck der erfolgreichen Flucht ergänzte Paul
Krenz seinen Kreuzweg um eine 15. Station, die Auferstehung.

"Ungewöhnlich ist ein Kreuzweg in dieser Art � wir alle kennen
die nazarenischen Bilder der Kreuzwegstationen Schnorr von Carolsfelds. Krenz
übersetzte sie in Intarsie, transponiert sie in warme Holztöne. Er
wahrt die Tradition, indem er sich an das geradezu kanonische Vorbild hält,
aber er übersetzt dieses in Flächen und harte Schnitte. Das scheinbar
bekannte wird von ihm neu gesehen, lädt ein zur Meditation. Die Holzintarsie
ist dabei keineswegs beliebige Technik, sondern von tiefem Symbolwert: Auch
das Kreuz Christi war aus Holz, und im Holz verbindet sich Leben und Tod, Wachsen
und Absterben", sagt Prof. D. Heijo Klein vom Kunsthistorischen Institut
der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universit�t Bonn.

Der Kreuzweg, den man 1992 beim Gottesdienst der Russlanddeutschen
im Rahmen des Katholikentages in Karlsruhe bewundern konnte, besteht aus 18.000
Einzelteilen (jede Station ist eine massive Eichenplatte mit 1.100 bis 1300
Furnierstücken), geleimt aus zirka 50 Sorten Holz. Als weltgrösste
Intarsie hat der Kreuzweg sogar Eingang ins Guinnes-Buch gefunden.


Sein zweiter Kreuzweg, entstanden innerhalb von 7 Jahren; wo er
berührte heiss umstrittene Themen der Glaubenswege heute. Bis in den
Vatikan wurden die Gespräche über die Interpretationen für die
heutige Zeit der "Sich kreuzenden Wege" von Menschen verschiedener
Kulturen und Glaubensrichtungen geführt. Die vierzehn Intarsientafeln,
die in einem speziellen Verfahren zus�tzlich malerisch gestaltet wurden,
wurden deshalb auch in einer Ausstellung anlässlich des Weltjugendtages
im August 2005 in Köln zur Diskussion gestellt.

Auch das Bild "Dornenkrone mit Blumenstrauss"ߓ von Krenz ist
als grösste Intarsie der Welt wiederum in das Guinnes-Buch der Rekorde
2001 eingetragen worden. Aus der Ferne scheint es ein gewöhnliches Ölgemälde
zu sein. Es ist aber aus winzigen Holzsplittern und Holzteilchen gestaltet �
mit Liebe zum feinsten Detail. Selbst die Signatur des Meisters ist eine feine
Einlegearbeit. 6.500 Einzelteile hat Krenz auf das 1,14 mal 1,02 Meter grosse
Bild gepresst und 1.050 Arbeitsstunden dafür gebraucht. Doch es sind weder
die rekordträchtigen 6.500 Einzelteile, noch die prächtigen Farbschattierungen,
die den eigentlichen tiefen Reiz des Bildes ausmachen. Der Strauss birgt
tiefere Geheimnisse. In der linken Ecke des Bildes hat er einen bereits verwelkten
Mohn und zusammengefallene Blätter dargestellt, während der grösste
Teil lebensbejahend und kraftvoll ist. Dadurch verleiht er dem ganzen Bild ein
Sinnbild des Lebens kraftvoll und schön, aber auch vergänglich:
Die Dornenkrone stehe für den Erlöser ohne ihn wäre gar
nichts möglich, so Krenz.


Passion Holz das perfekte Ergebnis ist wichtig


Viele Jahre kämpfte der Künstler für seine Anerkennung und gegen
die Skepsis: Handwerk oder Kunst? "Die Arbeiten von Paul Krenz zeigen
die breite Spannweite vom Kunsthandwerk seiner Möbel bis zur Kunst seiner
Bilder. Aber wie auch immer man klassifizieren mag: die Begriffe erscheinen
weniger wichtig, vielmehr sind es die Werke selbst, die uns faszinieren...",
so Prof. D. Heijo Klein. Jeder, dem die Wandbilder, Möbelfertäflungen,
Tischplatten mit ihren vielfältigen Linien, Blättern, Rankenornamenten,
Blüten ins Auge fallen, erkennt: Das ist Handwerk in Vollendung. Und Kunst
dazu, zweifellos.

Krenz selbst ist sich des künstlerischen Wertes seiner Arbeiten sicher.
Er bezeichnet sich selbst als "Plagiator der Natu", sieht sich
gleichermassen als Handwerker und als Künstler. Sein Triptychon "Heute,
gestern, morgen" und die Intarsie eines Asylbewerbers, der ängstlich
durch einen Vorhang blickt, zeugen von seinen Zweifeln, aber auch Hoffnungen
und Sehnsüchten. "Je schwerer mir war, desto eher fand ich in meiner
Holzwelt Trost", sagt der Künstler. Sein Beruf ist seine eigentliche
Heimat. Der Einzelgänger Krenz betrachtet seine Bilder als eine Kommunikationsform
mit seiner Umwelt. Und seine Ideen sind, seit er in Deutschland ist, regelrecht
explodiert, so dass er mit seinen über 150 Werken zahlreiche Ausstellungen
gemacht hat.

14 bis 16 Stunden verbringt er in seiner Werkstatt, fertigt nicht nur Wandbilder,
sondern verziert mit Intarsien auch M�bel wie Tischplatten, Schränke
oder Bettgestelle. Er hat schon lange aufgehört, die Stunden zu zählen.
Holz ist seine Passion, für ihn zählt allein das perfekte Ergebnis.
Bevor geschnitten und geklebt wird, muss er zunächst einen Entwurf zeichnen.
Anschliessend streicht er eine kleine Schicht Leim zwischen Furnier und
Spanplatte, um die Intarsie zu verewigen. Mit einer eigenen Furnierpresse aus
dem 17. Jahrhundert presst Krenz die Intarsie - zwei Kilo Druck pro Quadratzentimeter
fügen das Bild zusammen.

Mehr als 80 verschiedene Holzsorten lagern im Hinterhof seines Hauses und im
Atelier. Die oft nur 0,4 bis 0,8 Millimeter starken Furnierblätter, aus
denen Krenz winzige Bestandteile mit Messer oder Skalpell herausschneidet, stammen
vorwiegend aus Abfallkisten von Holzhändlern, Schreinereien und Möbelfabriken.


Esche, Eiche und Buche sind die häufig benutzten Holzarten. Nussbaum aus
dem Kaukasus, Birkenholz aus Finnland, goldgelbes Zitronenholz aus Kalifornien
oder Sequoia aus Nordamerika sind die Exoten in seiner Werkstatt.

Krenz bedient sich aus seinen farbenprächtigen Furnieren wie ein Maler
von der Palette. Viele Töne findet er im einfachen, rohen Holz. Gelb sind
die Furniere von Zitronen oder Satinholz, rötlich der afrikanische Padouk,
bräunlich-wolkig das Nussbaum-Wurzelholz, hell-gestreift der Kirschbaum
und licht-wolkig die Myrthe. Und um Blau oder kräftige Rottöne zu
bekommen, reist er regelmässig ins italienische Bologna. Dort hat
er eine Spezialfirma gefunden, die seine hauchdünnen Holztafeln in den
richtigen Farben imprägniert.

Die Holzmaserung gebe die Formen schon oft vor, dann arbeite er nur das "natürliche
Bild des Holzes" heraus, beschreibt Krenz die Vorgehensweise. Kein Künstler
könne die Natur übertreffen. Die reich geäderte Holzoberfläche
bietet das beste Motiv, er bevorzugt deshalb Furniere aus Stirn- oder Wurzelhölzern:
"Die Natur ist der grösste Künstler. Meine Aufgabe ist
es, ihre Botschaft für die Menschen erkennbar zu machen. In der Natur ist
alles vorhanden. Ich helfe nur ein wenig nach", sagt er.

Durch Färbung und Maserung des Holzes erreicht er Schattierungen, die seinem
Bildern Leben einhauchen. So wirkt dann ein Tautropfen auf einer weissen
Rose so echt, dass man fast glaubt, sie werde im nächsten Augenblick von
der Blüte herunterfliessen. Und ein intarsiertes Tuch auf der Tischplatte
sieht so täuschend echt aus, dass man es von dem daneben liegenden Stofftuch
gar nicht unterscheiden kann.


Die dritte Dimension - der Phantasie und Ideenvielfalt sind keine Grenzen gesetzt


Früher hat der ausgebildete Kunstschreiner die klassische Richtung bevorzugt.
Heute wandelt er zwischen den Stilen. Und porträtiert auch mal den Ex-Bundeskanzler
Kohl oder andere Prominente in Holz. "Ich habe keine Handschrift",
kommentiert der Künstler seine abwechslungsreichen Motive. Die Bilder und
Statuen aus Holz leben, indem der Phantasie und Gestaltungsfreude des Künstlers
keine Grenzen gesetzt werden. Prächtige Blumensträusse, Porträts,
Gestalten aus Sagen und der Bibel sowie Abstraktes in offener Vieldeutigkeit
sind seine Themen. Satire, Grotesk, spritziger Humor oder tiefe Religiosität
und Nachdenklichkeit kommen zum Ausdruck.

Das Holz und seine Bearbeitung sind Krenz so vertraut, dass er seine Möglichkeiten
unter dem Einfluss von Salzen, Laugen und Leimen ständig neu erprobt. Dabei
hat er neue Wege beschritten, indem er die Erfahrung machte: Ich kann Holz für
einen kurzen Augenblick "flüssig" plastisch verformbar
� machen und damit jeder beliebigen Oberfläche anpassen. Er kann
es nun über dreidimensionale Objekte, über Leisten und Profile an
Möbeln, aber auch über Skulpturen legen: Das "flüssige"
Holz schmiegt sich wie Farbe oder Lackierung um jede Oberfläche. Das Geheimnis
des revolutionäres Verfahrens behält der Künstler vorläufig
für sich. Bisher kennt man in der Intarsienkunst lediglich die Technik
der Pressung von Holzfurnieren auf glatte Flächen und Rundungen mittels
einer Form und einer Negativform.

Dank seiner Entdeckung kreiert Krenz jetzt auch Intarsienskulpturen. Sie symbolisieren
wie die meisten seiner Bilder hauptsächlich seine Kritik an der heutigen
Gesellschaft. Aus eindimensionalen Darstellungen seiner Visionen schafft er
dreidimensionale Skulpturen, die dem Betrachter das gesamte Ausmass der
Botschaft vermitteln. Eine Profession, die Robert Schumann einst treffend beschrieb:
"Licht senden in die Tiefe des menschlichen Herzens " des Künstlers
Beruf!�

Als Anklage an das "amerikanisierte" Deutschland, dass seine Bräuche
und Traditionen vernachlässigt, machte er seinen Filzhut zu einem furnierten
"Protesthut�" Er überzog ihn mit flüssigem Nussbaum- und
Mahagoniholz. In die Einbuchtung arbeitete er ein Spinnennetz ein, das 100 Einzelteilchen
besteht. "Konservatismus - ein mit Spinnweben überzogenes Gehirn"
- lautet der Name des Kunstwerkes und will ausdrucken, dass in der heutigen
Gesellschaft allzu viele Menschen ihre Gehirne verstauben lassen und in festgefahrenen
Denkstrukturen verhaften. In einem aus Holz "gegossenen" Torso hat
er dort, wo das Herz schlagen musste, einen Dollarnote platziert gegen
die "Seelenlosigkeit" der Gesellschaft. Und ein stilisierter Stuhl
symbolisiert einen Thron für Machtsüchtige.

Durch alle Werke zieht sich der besorgte Gedanke über die Zukunft "unserer
eitlen Gesellschaft". Bei den meisten Bildern, die er ausstellt, handelt
es sich um alttestamentarische Themen und andere Visionen mit christlichem Hintergrund.
Viele Bilder haben mahnende Wirkung, etwa seine "Bedrohte Welt"
"Die Gesichter des Krieges", "Menschliche Gesellschaft",
"Schreck", "Erinnerung" oder auch "Verzweiflung"
nach dem Psalm "De profundis". Die Kunst von Krenz steht für
christliche Erkenntnis und Ökumene, Nachdenklichkeit und Mahnung, Protest
und Auflehnung gegen das Sebstzerstörerische in dem Menschen. Beim Anblick
des Kölner Doms sah er die "Hand Gottes" und das Erlebnis führte
zu einer Skulptur. Auch hier benutzte er das "flüssige" Holz
und brachte die beiden Türme der Kathedrale in eine fliessende, fast
organische Form. Von hinten betrachtet zeigt sie fünf langgliedrige Finger
die Hand Gottes.

Krenz hat auch den Stein als Rohstoff entdeckt. Fundstücke vom Rhein- und
Siegufer beschichtet er mit einem hölzernen Überzug. In einen Stein
hat er ein kleines hölzernes Buch eingebettet, so dass man eine lesende
menschliche Gestalt erkennen kann, der Evangelist Lukas sei das.

Nicht nur Gemälde, auch Möbel gestaltet oder restauriert der Intarsienkünstler.
Mehrere Schmuckstücke davon stehen in seiner Heimgalerie. "In einem
Moment der Melancholie erinnerte ich mich an eine alte Trauerweide, in deren
Höhle im Stamm ich mich als Kind gerne zurückzog. Ich fühlte
mich nirgendwo so geborgen. Es entstand ein Schrank mit dem Motiv der Weidenzweige",
erzählt Krenz die Geschichte des prächtig gestalteten Eckschrankes,
der ein echter Hingucker in seiner Heimgalerie ist.

Doch seine Ideenvielfalt mache ihn auch traurig, gesteht Paul Krenz. Sich selbst
nennt er den "letzten Mohikaner, mit mir stirbt die Familientradition
aus". Der Sohn, der zwar alle Handgriffe kennt und auf dessen Meinung
er immer hört, hat sich für einen anderen Berufsweg entschieden
er studiert an der Schauspielschule in Köln. Immer wieder sucht Krenz nach
Schülern, die seine Passion in Holz teilen würden und denen er sein
Können vermitteln könnte.



Rödertal Zeitung
vom 28.05.2016
„Bete für mich“

Sächssische Zeitung
vom 26.03.2016
Aller guten Dinge sind drei

General Anzeiger
vom 11.04.2013
Der lange Kampf mit dem Vatikan

Die Schreinerzeitung
| Ausgabe Nummer 10
Intarsienkunst mit Tiefgang

Holz Zentralblatt
| Ausgabe 2 / 2011
Ich habe Gesichter in der Holzmaserung gesehen

Münsterische Zeitung
vom 09.12.2009
Der mystische Schrank

Münsterische Zeitung
vom 30.10.2009
Ich arbeite mit Seele

LesPromInform
| Ausgabe 08 2008
Paul - der Plagiator der Natur

Europa Express
vom 28.07.2006
Das Holz liegt ihm im Blut.

Volk Auf Dem Weg
| Ausgabe 07/2006
Licht senden in die Tiefe des menschlichen Herzens...

Kölnische Rundschau
vom 18.05.2002
Hölzerne Gesellschaftskritik.

Kölner Stadt-Anzeiger
vom 18.05.2002
Ein Tisch, auf dem die Menschheit tanzt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung
vom 15.05.2002
Hinein ins Guinness-Buch.

Europa - Express
vom 12.05.2002
Das Licht, das aus der Seele strömt.

Kölner Stadt-Anzeiger
vom 11.05.2001
Der Kabinettschrank des Kardinals.

Kölner Stadt-Anzeiger
vom 21.10.2000
Ein Arche in der Erdkugel.

Rhein-Sieg Rundschau
vom 12.09.2000
Intarsienbild aus 6500 Holzteilchen.

General-Anzeiger
vom 17.05.2000
Eine Madonna aus Niederkassel für den Papst.

Rundschau
vom 16.05.2000
Audienz beim Heiligen Vater.

Kirchenzeitung
vom 14.03.2000
Erzbischof Joachim Meisner begeistert von Einlegearbeiten des Paul Krenz.

Rhein-Sieg Rundschau
vom 14.10.1999
Intarsienkünstler zeigt "Visionen der Natur".

General - Anzeiger
vom 07.10.1999
Jeder Schnitt wird zum künstlerischen Akt.

Extrablatt
vom 06.10.1999
Die Holzstruktur ersetzt den Pinselstrich.

Rhein-Sieg Rundschau
vom 11.05.1999
Das Erbe meiner Väter - Die außergewöhnliche Kunst von Paul Krenz.

Volk Auf Dem Weg
| Ausgabe 5/99
Das Holz liegt uns im Blut.

Frankfurter Allgemeine Zeitung
vom 20.02.1999
Mit Holz die dritte Dimension erobern.

Kölner Stadt-Anzeiger
vom 09.01.1999
Kreativer Kopf unter dem Holzhut.

General - Anzeiger
vom 02.01.1999
Ein Holzhut f�rs Guinness-Buch

General Anzeiger
vom 20.11.1998
Holzphantasien bis hin zum Jüngsten Gericht

General Anzeiger
vom 18.09.1998
Bilder aus Tausenden von Holzteilchen

Deutsches Handwerksblatt
vom 14.05.1998
Kunst aus dem Naturstoff Holz

Volk Auf Dem Weg
| Ausgabe 3/98
Quelle der Information und �berlieferung

General-Anzeiger
vom 30.07.1997
Kunst-Träume aus Holz.

Kölner Stadt-Anzeiger
vom 29.07.1997
Holz für Holz fügt sich zum Bild.

Rhein-Sieg Rundschau
vom 26.07.1997
Große Kunstwerke entstehen aus winzigen Holzstückchen.

Kabinett
| Ausgabe 1/95
Tr�ume aus Ebenholz und Palisander

General - Anzeiger
vom 07.11.1994
Beeindruckende Exemplare aussterbender Kunst

Bonner Rundschau
vom 04.11.1994
Abenteuerlicher Weg von der Ukraine an den Rhein

Ruhrwort Nr. 51/52
vom 21.12.1991
Wie kann ein Bild die Sinne so täuschen?

Thüringer Allgemeine
vom 02.10.1991
Intarsien vom Heiligen Abendmahl

Th�ringer Allgemeine
vom 17.04.1991
Seltenes Kunsthandwerk - Intarsien von Paul Krenz -

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